Rant: Wieso gibt es noch asymmetrische Tarife beim Glasfaser-Internet?!?

Wenn ich mir so die Tarife einiger kleinerer Glasfaser-Anbieter so anschaue, wundere ich mich doch darüber, dass die selten symmetrische Verbindungen anbieten, obwohl das bei Glas­faser technisch kein Problem wäre.

Beispiel LüneCom:
Der Upstream beträgt nur ein Zehntel des Downstreams: 100/10 MBit/s oder 200/20 MBit/s – das Verhältnis liegt also bei 10:1.

Beispiel M-net:
1.000/50 MBit/s, also 20:1, über die Aussage „Wir reizen die Glasfaser kontinuierlich weiter aus.“ kann man da nur lachen!

Selbst VDSL-Vectoring liegt bei bis zu 50/10 MBit/s (z.B. bei EWE) bzw. 100/40 MBit/s (EWE), also ein Verhältnis von 5:1 oder 5:2. Daran scheint man sich leider auch bei den Stadtwerken Rüsselsheim bei ihren Glasfaser-Tarifen zu orientieren.
Zur Erinnerung: Bei ADSL2+ erhält man „bis zu“ 16/1 MBit/s!

Früher mag es ja zweckmäßig gewesen sein, weil Techniken wie DSL und Koaxialkabel beschränktere Bandbreiten als Glasfaser zulassen bzw. ein geteiltes Medium sind, das Abspeichern von Daten in der Cloud nicht sehr verbreitet war, der Upstream-Kanal quasi nur zum Anfordern von Inhalten, aber weniger zum Hochladen von Informationen benötigt wurde und somit die beschränkte verfügbare Bandbreite besser für den Downstream ausgenutzt wurde.

Vielleicht spielt ja auch mit rein, dass die Provider durch die geringe Upload-Übertragungsrate das Betreiben eines Servers an „ihrem“ Anschluss unterbinden bzw. unattraktiv machen wollen, allerdings glaube ich nicht, dass dies die Mehrzahl der Nutzer machen wird (fehlende Redundanz von Strom und Internet, Kauf von Server-Hardware nötig, Wartungs-Aufwand) sondern bei Bedarf eher einen Server im Rechenzentrum anmieten wird.

Übrigens sind beispielsweise fast alle Privatkunden-Tarife der Deutschen Glasfaser mit Ausnahme des größten Tarifs (1000/500 MBit/s) symmetrisch (100/100, 200/200 und 500/500 MBit/s).

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