Scribus 1.5.2 veröffentlicht

Gestern, am 17. Mai, hat das Scribus-Team mit Scribus 1.5.2 die dritte Version der Entwicklerreihe 1.5.2 veröffentlicht. Die Entwickler sind der Ansicht, dass 1.5.2 als stabil – jedoch nicht Feature-stabil – bezeichnet werden kann und ermuntern daher die Verwendung von 1.5.2, um mit dem Feedback der User eine extrem stabile 1.6.0 zu veröffentlichen.

Wichtigste Änderungen

Entwickler aus dem Oman haben eine neue Text Layout Engine beigesteuert, die ab dieser Version zum Einsatz kommt und beginnend ab 1.5.3 Unterstützung für Complex Text Layout bieten wird, also zur Darstellung von Arabisch, Hebräisch, Chinesisch und Hindi nötig ist. Außerdem verbesstert diese neue Engine die Unterstützung einiger mit 1.5.0 neu eingeführter Funktionen.

Außerdem wurde das Rendern der Dokumentvorschau auf Hi-DPI Bildschirmen verbessert. Des Weiteren wurde auch der Ressource Manager insofern verbessert, dass Farbprofile der Open Colour Systems Collection im LAB-Farbraum hinzugefügt wurden und der Ressource Manager nun Downloads von Scribus-Servern mittels SHA256-Checksummen prüft. Auch das automatische Speichern (Autosave) und die Dateiwiederherstellung wurde durch das Einfügen von mehr Konfigurationsmöglichkeiten unter Datei > Allgemeine Einstellungen > Dokument-Einstellungen > Reiter Speichern und Rückgängig machen stark verbessert.

Hinweise zur Benutzung

  • Die Online-Hilfe wurde noch nicht aktualisiert, dies ist erst für 1.6.0 geplant. Wenn mit 1.5.3 das Herunterladen des Online Manuals unterstützt wird, wird die Veröffentlichung des Manuals von der Veröffentlichung der Scribus-Versionen selbst entkoppelt.
  • Die in 1.5.0 neu eingeführten Funktionen wie Fußnoten, Tabellen und geordnete bzw. ungeordnete Listen sind zwar stabil, im Sinne von „nicht abstürzen“, aber nicht Feature-stabil, was bedeutet, dass sie manchmal nicht so wie erwartet funktionieren
  • Da in 1.5.3 weitere Änderungen am Text System vorgenommen werden, sollten Nutzer von 1.5.1 und 1.5.2 Backups ihrer Dokumente aufbewahren und die alten Versionen installiert lassen, wenn sie 1.5.3.svn und 1.5.3 testen möchten.
  • Das Dokumentformat der 1.5er-Reihe ist nicht kompatibel zu dem der 1.4er Reihe, 1.5er-Versionen können jedoch Dokumente der 1.4er-Reihe öffnen

Weitere Informationen zu Downloads und einer vollständigen Liste der Änderungen sowie Screenshots finden sich in den offiziellen Release-Notes im Scribus-Wiki.

Die Neuerungen von Ubuntu 16.04 „Xenial Xerus“

Am heutigen 21. April wurde mit Ubuntu 16.04 „Xenial Xerus“ (übersetzt „gastfreundliches Kap-Borstenhörnchen“) die sechste Long-Term-Support-Version (kurz LTS) von Ubuntu mit fünf Jahren Support für Grundsystem und den Desktop „Unity“ veröffentlich, wobei die Derivate kürzere Support-Zeiträume haben können. Die Neuerungen von Ubuntu 16.04 „Xenial Xerus“ weiterlesen

Ein Kommentar zur „Satire-Staatsaffäre“

Ich finde die öffentliche und auf politischer Ebene ausgetragene Debatte um Jan Böhmermanns Schmähgedicht gegen den türkischen Präsident Erdogan falsch und unnötig, weil dies meiner Meinung nach eine Sache zwischen Böhmermann und Erdogan ist:
Erdogan fühlt sich beleidigt, dann kann er ja Böhmermann anzeigen (hat er ja auch getan) – dazu muss weder die Bundesregierung entscheiden, ob sie das als Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes sieht, noch muss sie sich überhaupt in der Sache zu Wort melden. Schließlich hat sie sich zu der Kritik an dem extra3-Lied „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ überhaupt nicht öffentlich geäußert und die Meinungsfreiheit in Deutschland verteidigt, während in der Causa Böhmermann aus allen Rohren verbal geschossen wird. Zugegebenermaßen, der extra3-Beitrag war wirklich harmlos und stellte die Situation in der Türkei in Bezug auf Meinungsfreiheit und Verhältnis zur EU überspitzt dar – aber hey – das ist halt Satire! Böhmermann hingegen beschimpfte Erdogan deutlich unter der Gürtellinie, wobei er dies als Satire darauf bezeichnete, was in Deutschland eben nicht erlaubt ist – ob das eine Beleidigung war, sollen Gerichte entscheiden, aber eben nicht die Bundesregierung (Hallo Gewaltenteilung!).

Generell stellt das entsprechende Gesetz, das Beleidigung von ausländischen Staatsoberhäuptern anders behandelt als die „normale“ Beleidigung ein Überbleibsel aus der Kaiserzeit dar und sollte endlich beseitigt werden. Sonst kommt irgendwann der Nordkoreanische Diktator Kim Jong Un an und stellt gegen irgendjemanden Anzeige auf Grundlage eben dieses Paragraphens.

Schaden könnten in dieser Affäre hauptsächlich drei Beteiligte nehmen bzw. haben schon welchen genommen:
Zuerst Erdogan, weil er sich von einem ausländischen Satiriker beleidigt fühlt, statt einfach als Staatsmann darüber hinwegzusehen und er gezeigt hat, dass er den Streisand-Effekt nicht kennt (hätte er einfach geschwiegen, würde „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ und Böhmermanns Gedicht kaum jemand kennen), Merkel und die Bundesregierung, weil sie jetzt als duckmäuserisch gegenüber der türkischen Regierung gesehen wird und bloß keine Kritik äußern möchte, um bloß nicht den EU-Türkei-Flüchtlingspakt zu gefährden, während Erdogan Menschenrechte und Meinungsfreiheit zunehmend mit Füßen tritt und nicht zuletzt auch die Meinungsfreiheit in Deutschland, weil Kritiker und Satiriker sich ab jetzt vor Anzeigen wegen Beleidung in Acht nehmen müssen.

Und zum Schluss noch einen heißen Tipp an Erdogan und alle anderen, die planen, in die Politik zu gehen:
Wenn ihr nicht mit Kritik umgehen könnt, solltet ihr das lieber noch mal überdenken…

Fakten zum Raspberry Pi 3B und Zero

raspberry-pi-3b-draufsicht
Nein, ich gebe hier nicht zum x-ten Mal die Ankündigung der Raspberry Pi Foundation zur neuen Generation des Einplatinencomputers wieder ;-), sondern trage hier ein paar neue Funktionen und Fakten zusammen, die bisher nicht wirklich in den deutschsprachigen Medien thematisiert wurden.

Fakten zum Raspberry Pi 3B und Zero weiterlesen

WordPress: Kurzlink und Zeitpunkt der letzten Änderung ausgeben

Neben den „schönen“ URIs erlaubt WordPress auch weiterhin die Standard-URI im Format https://wordpressblog.example.org?p=123, was sich wunderbar nutzen lässt, um eine Kurz-URL zu dem jeweiligen Artikel, bzw. der jeweiligen Seite anzubieten, ohne dass man dafür einen externen Dienst benötigt:

Dazu benötigt ihr als erstes ein Plugin, dass PHP-Code ausführt, z.B. dieses hier. Als nächstes legt ihr ein Code-Snippet (je nach Code-Plugin kann es auch anders funktionieren) mit folgendem Inhalt an (eure Blog-URL eintragen!):

<?php
if(empty(wp_title('',0)))
{
$seite '';
}
else
{
$seite '?p='.get_the_ID();
}
echo 
'<p style="text-align:center;"><strong>Kurzlink zu diesem Artikel:</strong><br><em>https://blog.example.org',$seite,'</em><br><strong>Letzte Aktualisierung:</strong><br><em>',get_the_modified_date(),'</em></p>';
?>

Dann legt ihr ein Text-Widget mit dem Verweis [ php snippet=1 ] (die Leerzeichen müssen entfernt werden) auf das Snippet an und fertig ist die Info (ich lasse zusätzlich noch das Datum der letzten Änderung ausgeben):

kurzlink-und-letzte-seite

Noch ein paar Erläuterungen zum Code:
Die if-Bedingung ist nötig, weil sonst auf der Startseite (wp_title('',0) gibt nichts zurück) der Kurzlink zum neusten Artikel angegeben würde. Das Datum der letzten Änderung ist auf der Startseite zwar auch das des neusten Artikels, aber das ist mir auf der Startseite egal.

Man könnte auch das Snipptet unter jedem Beitrag einfügen.

Kurz notiert: Links zur WAZ und zu stackoverflow abkürzen

WAZ

aus
https://www.derwesten.de/politik/werbung-an-schulen-nimmt-massiv-zu-id10728728.html
wird
https://www.derwesten.de/10728728

stackoverflow

aus
https://stackoverflow.com/questions/24144552/how-to-set-hsts-header-from-htaccess-only-on-https
wird
https://stackoverflow.com/questions/24144552

Kurz notiert: Links zu Pro-Linux, NOZ.de, taz.de und faz.net verkürzen

Pro-Linux.de

aus
http://www.pro-linux.de/news/1/23242/netzwerktransparenz-fuer-wayland.html
wird
http://www.pro-linux.de/news/1/23242

domain-recht.de

aus
http://www.domain-recht.de/domain-registrierung/domain-statistik/statistik-weltweit-3115-millionen-domains-64991.html
wird
http://www.domain-recht.de?p=64991

noz.de

aus
http://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/669695/beamter-geht-sechs-jahre-nicht-zur-arbeit
wird
http://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/669695
– oder noch kürzer:
http://www.noz.de/artikel/669695

FAZ.NET

aus
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/eu-kommissar-guenther-oettinger-ueber-afd-chefin-frauke-petry-14072829.html
wird
http://www.faz.net/-14072829

taz.de

aus
https://www.taz.de/Debatte-Bundeswehreinsatz-in-Mali/!5274285/
wird
https://www.taz.de/!5274285/

Scribus 1.5.1 veröffentlicht

Am 14. Februar hat das Scribus-Team mit Scribus 1.5.1 die neuste „stabile“ Entwicklerversion der freien DTP-Software veröffentlicht.

Die offensichtlichste Änderung ist das neue, schlichte Icon-Schema:

scribus-1-5-1

Ansonsten hat man laut Release-Notes die Unterstützung für CIE L*a*b* und CIE HLC Farbmodelle hinzugefügt sowie hauptsächlich den Dokument-Import und Export verbessert und neue Formate hinzugefügt.

Zumindest unter Ubuntu 14.04 ließ sich Scribus 1.5.1 compilieren, unter 16.04 funktionierte es noch nicht so richtig:
Tutorials: Scribus compilieren

Die vermeintlich übersehene Änderung im Asylpaket

Das Familienministerium verkündete vor gut einer Woche, dass die Änderung ihnen aufgefallen, aber sie die Tragweite nicht erkannt hätten – meiner Meinung nach handelt es sich hier eindeutig um Verbergen der geringen Fähigkeiten im Bereich der IT vor dem Bildschirm:

Ein simples diff asylpaket_alt.txt asylpaket_neu.txt hätten sie auf die Reihe kriegen müssen – ich vermute aber eher, dass sie die Vergleichen-Option in MS Word nicht gefunden haben, wahrscheinlich nicht einmal von deren Existenz wussten 😉